Herbsttagung in Bremen

Chatau - Flett, Beck & Co

27.11.1970

 

Die Tagung fand am 27.11.1970 in Bremen statt. Der Vorsitzende der Landesgruppe Dipl.-Br.-Ing. Mieler begrüßte die Anwesenden, die in großer Zahl erschienen waren.

Kollege Mieler berichtete von der letzten Bundesvorstandssitzung in Kassel, auf der ein sozialpolitischer Ausschuß gebildet wurde, der das gesamte technische Personal den einzelnen Verbänden gegenüber vertreten soll.

Um ein weiteres Abwandern von technischen Kräften zu vermeiden, erscheint es dringend erforderlich die Stellung des Technikers in der Brauerei festzulegen und die Art der Tätigkeit sowie die Leistung entsprechend zu honorieren.

Nach einer kurzen Vorschau auf den Braumeistertag in München, in Verbindung mit der Interbrau, ehrte der Vorsitzende das langjährige Mitglied, Dipl.-Br.-Ing. Karl Friedrich Kretschmer, Laborvorstand der Haake Beck Brauerei AG, und ernannte ihn aus Anlaß seines 65. Geburtstages und in Würdigung seiner Verdienste um das Internationale Brauwesen sowie in Anerkennung seiner stetigen Bemühungen um die Förderung unseres Berufstandes, zum Ehrenmitglied der Landesgruppe Weser - Ems. Die Ernnenung wurde mit großem Beifall aufgenommen. Bedauerlich war, daß Kollege Kretschmer aus gesundheitlichen Gründen diese Ehrung nicht selbst entgegen nehmen konnte.

Nach einer kurzen Pause nahm dann der Geschäftsführer des DBMB Kollege Amon das Wort zu seinem Vortrag: "Probleme unseres Berufsstandes".

Die Ausführung des Vortragenden waren so gewählt, daß sie die Grundlage einer sich anschließenden Diskussion bilden sollte. Herausgestellt wurden zwei Punkte:

  1. Die Situation der Brauereitechniker bei Veränderung der rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse eines Betriebes.
  2. Die Situation der Brauereitechniker in der heutigen Zeit der Spezialisierung und des Management.

Die Beschaulichkeit und Ruhe im Braugewerbe vergangener Jahrzente ist restlos verschwunden. Durch die Umschichtung der Besitzverhältnisse, die neue Männer und Gedanken in die Brauerei brachten sowie die Umstellung der Verbrauchergewohnheiten und das Vordringen des Supermarktgeschäfts, sind in den letzten Jahren zunehmend höhere Anforderungen an das technische Führungspersonal gestellt worden.

Das bisherige Überangebot an Technikern ist derart zusammengeschrumpft, daß man heute von einem echten Mangel an Führungskräften sprechen kann. Im Interesse der Brauwirtschaft muß es daher sein, neben der rechtlichen Absicherung der leitenden Angestellten, der jüngeren Generation einen Anreiz zu geben, Brautechniker zu werden.

Die Ausführungen gipfelten in den Wunsch, daß die Arbeit des sozialpolitischen Ausschusses die neueinzuschlagenden Wege ebnen werden.

Der Vorsitzende dankte Herrn Amon für seine Ausführungen und leitete dann die Diskussion ein, bei der sich herausstellte, daß die "Probleme unseres Berufsstandes" sehr mannigfaltig sind und nicht von heute auf morgen behoben werden können. Eindeutig wurde festgestellt, daß die neuen Initiativen des DBMB die volle Unterstützung der Mitglieder finden.

Mit einem nochmaligen Dank an den Kollegen Amon und an die erfreuliche Diskussionbereitschaft des Versammlungsteilnehmer, beendete Kollege Mieler den offiziellen Teil der Herbsttagung.

Friedrich Depmer