Bericht von der Herbsttagung
10.11.1972
Die Tagung fand am 10. Nov. 1972 in Bremen im Hallenbad - Süd statt. Nach einleitenden Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden der Landesgruppe, Dipl.-Br.-Ing. Mieler, nahm Herr Ing. Paus, Deutsche Edelstahlwerke Krefeld das Wort zu seinem Vortrag: "Edelstahl in der Brauerei".
Dieses Referat, das besonders aktuell durch das starke Vordringen von rostfreiem Stahl ist, wurde durch einen Film eingeleitet, der die Herstellung von Edelstahl veranschaulichte. Interessant waren die einzelnen Arbeitsabläufe, die von der Zusammenstellung der Erze bis zum Walzen der Bleche, die Fertigung schilderte. Wichtig dabei war die Qualitätskontrolle, die vor dem Abstich innerhalb kürzester Frist die richtige Legierung feststellt und evtl. notwendige Korrekturen vornehmen läßt.
Der Vortragende kam dann auf die Eigenschaften von Edelstahl zu sprechen. Es gibt eine große Zahl verschiedener Legierungen, an die bestimmte Ansprüche gestellt werden können. Für die Brauerei wird V2A - Werkstoff 4301 empfohlen.
Herr Paus schilderte die Vorgänge, die eine Rostbildung des Materials verhindern. Die Oberfläche des Edelstahls besitzt eine Passivschicht, die durch ein ausreichendes Sauerstoffangebot ständig neu gebildet wird. Diese Passivschicht kann durch Chlor und Hallogene durchschlagen werden und führt dann zu Lochfraß. Für den Brauereibetrieb besteht Gefahr durch ungeeignete Reinigungsmittel. Neutrale Mittel sind harmlos und können unbedenklich Verwendung finden. Combireinigungsmittel, die Chlorzusätze haben, müssen im alkalischen Bereich liegen. Saure Mittel auf HCl Basis sind ungeeignet, während Salpetersäure günstig wirkt und zur Bildung der Passivschicht beiträgt. Hohe Chloridwerte im Wasser sind bedenklich, wenn längere Zeiträume hindurch Temperaturen über 60° angewandt werden.
Der Vortragende leitete dann über zu einer Diskussion, die alle Betriebsbereiche erfaßte und den Teilnehmern die Punkte aufzählte, die beachtet werden müssen.
Kollege Mieler dankte dem Vortragenden für die mit viel Beifall bedachten Ausführungen und beschloß damit den offiziellen Teil der Tagung.
Friedrich Depmer