Besichtigung Brauuerei Beck & Co, Bremen
13.02.1976
Die zweite Veranstaltung 1976 der Landesgruppe Weser - Ems des DBMB fand am 13.02.1976 in Bremen statt. Die Brauerei Beck & Co hatte zur Besichtigung ihres neuen Sudhauses eingeladen. Die außerordentlich starke Beteiligung an dieser Veranstaltung zeigte deutlich das große Interesse an dem neuen Objekt, denn erstmals nach dem Kriege verfügt jetzt die größte deutsche Export - Brauerei wieder über ein eigenes Sudhaus und beendet damit ein ca. 34 Jahre altes Provisorium.
In der Zeit von April 1973 ( Auftragsvergabe ) bis zum Juni 1975 ( 1. Sud ) nahm das Projekt Gestalt an. In großzügiger Weise konzipiert, weitgehend frei von Terminzwängen und Kompromissen, mit der Forderung, die bekannte Qualität des Beck's Bieres auch weiterhin zu gewährleisten sowie die laufenden Produktionskosten unter Einsatz modernster Technik so niedrig wie möglich zu halten. Daß darüber hinaus bei diesem Bau auch die Optik nicht zu kurz gekommen war, kann als angenehme Tatsache vermerkt werden. Zur Abrundung des Bildes seien hier die wesentlichen Fakten und Daten wiedergegeben:
Der Baubeginn erfolgte im Herbst 1973. Der Rohbau war im August 1974so weit gediehen, daß mit der Montage des dampfbetriebenen Ziemann - Doppelsudwerkes begonnen werden konnte, welches die nachstehend aufgeführten Elemente beinhaltet:
Eine vollautomatisch arbeitende Reinigungsanlage der Firma Alfa Laval erfaßt jedes der vorgenannten Gefäße.
Die Wasserversorgung mit kaltem Brauwasser erfolgt durch zwei Reserven von 390 bzw. 270 cbm Inhalt. Ein stehender Stahlbehälter mit einer Höhe von 28m und 356cbm Inhalt stellt die heiße Brauwasserversorgung sicher.
Alle aufgeführten Gefäße sind aus Edelstahl bzw. niroplattiertem Stahl und werden elektropneumatisch ferngesteuert. Alle hierfür erforderlichen elektrischen Schaltelemente befinden sich in einem Steuergerüst, welches in einem geschlossenen, trockenen Raum untergebracht ist.
Die Malzlagerung, Förderung und Aufbereitung erfolgt durch Anlagen der Firma Seeger. Man arbeitet mit Spelzentrennung und Malzkonditionierung. Auf eine Naßschrotung wurde aus hausinternen Gründen verzichtet.
Die Steuerung der Maischprozesse in allen 4 Gefäßen wird automatisch vorgenommen und läuft bis auf das Prüfen der Verzuckerung und das Betätigen einiger auslösender Bedienungselemente selbsttätig ab.
Das Programm wird über elektronische Bauelemente ( Siemens ) gesteuert und ist über Kreuzschienenverteiler programmierbar. Das betrifft sowohl die Einstellung der gewünschten Einmaischwassermengen, die Festlegung des Rastzeiten sowie die Bestimmung der Teilmaischmengen. Vom Start an läuft das Maischprogramm bis zu dem Punkt, an dem die Verzuckerung geprüft werden soll. Hier wird durch ein optisches und akustisches Signal darauf aufmerksam gemacht und das Programm so lange gestoppt, bis durch Drücken einer Taste der weitere Programmablauf gewünscht wird. In gleicher Weise wird durch ein optisches und akustisches Zeichen der Zeitpunkt des Abmaischens angezeigt. Der Programmablauf wird gestoppt und es ist Gelegenheit gegeben festzustellen, ob der Läuterbottich aufnahmebereit ist. Auch hier kann erst ein manueller Tastendruck das Programm fortsetzen.
Die Schüttung pro Sud beläuft sich auf 8.400kg bei einer durchschnittlichen Ausschlagmenge von 530hl bei 12,1% Stammwürze. Die im Schnitt erreichte Sudhausausbeute wurde mit 76% beziffert. Die Sude folgen in zweistündigen Abständen, d.h.12 pro Tag werden erreicht.
Auch dem Gedanken des Umweltschutzes wurde last but not least dadurch Rechnung getragen, daß eine installierte Abwassersammelanlage mit pH - Wächter und dazugehöriger Neutralisierungsautomatik für korrekte Werte sorgt.
H. Qualen