Ausflug nach Nienburg
08.12.1978
Die Abfahrt erfolgte um 17:00, bereits im Eisregen.
Einige zaghafte Vorschläge, es doch lieber per Bahn zu versuchen, waren bereits an der Unternehmungslust des Fahrers gescheitert.
Auf der Autobahn konnte man schon bald eine Serie von Auffahrunfällen beobachten, zu unserem Glück nur auf der Gegenfahrbahn. Als der Bus trotz vorsichtiger Fahrweise hinten ausbrach und auf den Seitenstreifen rutschte, wurde die nächste Ausfahrt angesteuert, um auf kürzestem Wege zu irgend einem Bahnhof zu gelangen. Auf dem Kopfsteinpflaster, kurz vor dem Bahnhof - Achim, war die Busfahrt endgültig beendet.
Kollege Claussen versuchte die Glashütte - Nienburg telefonisch über die ungewöhnliche Art unserer Reise zu informieren, aber weder in der Bahnhofsgaststätte, wo man sich inzwischen zu HBB - Pils eingefunden hatte, noch bei der Post war es möglich zu telefonieren. Der Versuch, in einem Privat - Haus zu fernmündlichem Erfolg zu kommen scheiterte daran, daß Kollege Claussen mit einer Trauergemeinde kollidierte, die für unsere Lage wenig Verständnis zeigte. Als dann schließlich doch ein Telefon entdeckt und Herr Weber von der Glashütte verständigt werden konnte, keimte wieder Hoffnung auf, irgendwann per Zug Nienburg erreichen zu können, um unsere Gastgeber nicht auf dem Kalten Buffet sitzen lassen zu müssen.
Inzwischen hatte die Landesgruppe Weser - Ems die Bahnhofsgaststätte fest in ihrer Hand. Der Schatzmeister Kollege Eggers spendierte Runde um Runde, und die prüfenden Blicke zum Fahrplan wurden immer seltener und fast schon als lästig empfunden.
Ein Rückruf unserer Gastgeber machte schließlich allen Spekulationen ein Ende, als sie uns über die hoffnungslose Verkehrslage in Nienburg informierten. Somit wurde die Reiseroute um 180° verlegt, und nach einigen "Scheidebechern" konnte Bremen gegen 19:30 Uhr doch noch wohlbehalten erreicht werden.