Beck & Co, Bremen
09.12.1982
Am 09.12.1982 fand in der Bierstube der Brauerei Beck & Co - Betrieb II ein Vortragsabend statt.
In seinem Referat über "die Bedeutung der Sortenreinheit von Braumalzen" sprach Herr Dr. Bellmer über Beck's Malzspezifikationen, deren Verarbeitung sich seit vielen Jahren als kostengünstig und qualitätsfördernd erwiesen hat. Herr Dr. Bellmer würdigte in diesem Zusammenhang die Arbeiten von Prof. Schildbach auf dem Gebiet der Elektrophorese, mit deren Hilfe den Forderungen nach sortenreinen Malzen und endlich auch eine wirksame Kontrollmöglichkeit zugeordnet werden konnte.
Anschließend sprach Herr Prof. Schildbach zum Thema "Entwicklungstendenzen bei Braugersten und Malz". Er berichtete über den "Siegeszug" der Wintergerste in dem für sie günstigen mitteleuropäischen Klima, ohne aber bisher das von der Brauwirtschaft geforderte Qualitätsniveau erreicht zu haben ( mit Ausnahme von Maris Otter ). Qualität und Ertrag stehen oft im Gegensatz zueinander.
Im Verlaufe des Vortrages wurde die Frage gestellt, nach welchen Gesichtspunkten Malz bestellt werden sollte, nachdem Begriffe wie "feinste Braugerste" oder "2-zeilige Gerste" längst im großen Angebot aller 2- und mehrzeiliger Sommer- und Wintergersten untergegangen sind.
U.a. wurde vorgeschlagen, folgende Punkte in Vertragsvereinbarungen aufzunehmen:
1. Provinzangabe
2. Frei von 2- und mehrzeiliger Wintergerste mit Ausnahme von Maris Otter
3. Sortenreinheit von Sommergerste
Trotz negativer Entwicklungstendenzen auf dem Gebiet des Gerstenanbaues unterstrich der Referent die Tatsache, daß die Ergebnisse der Auftragsanalysen im Verlauf des Fahres 1982 immer näher an die gestellten Qualitätsforderungen heranreichen, womit sich der positive Einfluß der elektrophoretischen Kontrolle durchzusetzen scheint.
Herr Prof. Schildbach ließ auch den Hopfen nicht zu kurz kommen, indem er, wiederum mit Hilfe von Lichtbildern, Sorten und Sortengruppen der EG - Hopfenmarktforderung, sowie Hopfensorten der BRD vorstellte und auf deren Qualitätseigenschaften einging. Dabei wurden auch erfolgreiche Aromahopfen - Neuzüchtungen erwähnt, die auch in ihrer Bittere erheblich zugewonnen haben. Dies werde leider nicht immer von den Brauern gewürdigt, die vermutlich der Meinung sind, Aromahopfen und Bitterhopfen müßten unbedingt "2 Paar Schuhe" bleiben. Für den Malz- und Hopfeneinkauf bleibt zu hoffen, daß mit den für 1983 getroffenen Vereinbarungen zwischen Landwirten, Händlern, Mälzern und Brauern alle Beteiligten zufriedengestellt werden können.
Der 1. Vorsitzende, Kollege Claussen, sprach beiden Referenten des Abends seinen Dank dafür aus, daß sie sich trotz der anstrengenden Vortragsarbeit der vergangenen zwei Tage ( Brautechnologisches Colloquim, Bremen 8./9.12.1982 ) bereit erklärt hatten, nun auch den Mitgliedern des DBMB wissenswertes über Malz und Hopfen mitzuteilen.
König