Bericht über die Jahresausfahrt der Landesgruppe vom 24. bis 26.09.1999 in die Hallertau
Der lange vorher angekündigte Höhepunkt des Landesgruppenjahres, die Jahresausfahrt fand Ende September statt. Ein kleines, aber erlesenes, Häuflein hopfeninteressierter und den Reisestrapazen trotzender Mitfahrer machte sich frohgemut auf die Reise quer durch die Republik.
Die Fahrt wurde unterschiedlich verbracht, passionierte Kartenspieler kamen ebenso auf ihre Kosten wie der geneigte Bierliebhaber. Kurz nach Mitternacht konnte der erste Vorsitzende seine Schäflein wohlbehalten im idyllischen Mainburg im Hotel abliefern.
Der nächste Tag begann mit einer Reise nach München zur Fa. Schäfer Förderanlagen und Maschinenbau. Obwohl das gerade zu diesem Zeitpunkt stattfindende Oktoberfest manchen Teilnehmern als Versuchung erschien, wurde die fachlich kompetente Führung durch das Werk genossen. Nach der Begrüßung durch den Firmeninhaber Herrn Schäfer, konnten die Landesgruppenmitglieder sich in der Führung einen Eindruck über die Leistungsfähigkeit des Unternehmens Schäfer verschaffen. Nach einer Videopräsentation gab es eine bayrische Brotzeit mit Weißwürsten, die termingerecht vor dem Mittagsläuten verspeist wurden. Leberkäse und Weizenbier rundeten das bajuwarische Erlebnis ab. Der Fa. Schäfer und seinen Mitarbeitern, insbesondere den Herrn Schäfer sen., Baganz, Witzke und Spöttel, sei für die Gastfreundschaft und die Bereitschaft einen Samstagmorgen zur Wiesnzeit zu opfern, gedankt.
Am frühen Nachmittag erfolgte auf Einladung der Fa. Hopunion die Besichtigung des Hopfenveredelungswerkes St. Johann. Nach den einführenden Worten von Herrn Andreas Reiser jun. sowie seinen Mitarbeitern, konnte den hopfeninteressierten Pilsbrauern aus dem hohen Norden ein imposanter Eindruck über die Leistungsfähigkeit der Lagerkapazitäten und der Verarbeitungstechnik vermittelt werden. Insbesondere in Zeiten des verstärkten Wettbewerbs auf dem internationalen Hopfenmarkt ist dies eine beachtenswerte Entwicklung. Anschließend führte Dr. Adrian Forster, Prokurist der Hopfenveredlung HVG, Barth, Raiser & Co durch seinen Verarbeitungsbetrieb. Hier wurde bei vielen die Begeisterung für den Rohstoff Hopfen geweckt. Verstärkt wurde dieser Eindruck durch die Präsentation der Versuchsbrauerei, die von Herrn Diplom-Braumeister Andreas Gahr geleitet wird. Herr Gahr verstand es mit Brauerverstand und bajuwarischem Charme die technischen Einzelheiten der Versuchsbrauerei zu erklären. Diese Kleinanlage ermöglicht es der Hopfenindustrie brautechnische Vorgaben in Zusammenhang mit der technologischen Bedeutung des Hopfens umzusetzen. Die Leistungsfähigkeit der Versuchsbrauerei wurde eindrucksvoll durch eine sensorische Bewertung der Biere bestätigt.
Damit die bayrischen Kultur nicht zu kurz kommt fand die Abendveranstaltung in der Brauereigaststätte in Siegenburg statt. Bei Schweinebraten und Tafelspitz wurden die Entwicklungen auf dem nationalen und internationalen Hopfenmarkt ebenso diskutiert, wie die aktuellen Ergebnisse der diesjährigen Hopfenernte. Erstaunlich war der Distributionsgrad einiger norddeutscher Premiumbiere, die sogar in diesen abgelegeneren Gastronomieobjekten erhältlich waren.
Der erste Vorsitzende Herr Dr. Eils dankte im Namen der Landesgruppe den Organisatoren, Frau Weyers und Herrn Haimerl von der Fa. Hopunion, sowie Herrn Dr. Adrian Forster und Dipl. Brmstr. Andreas Gahr von der Hopfenveredlungs HVG, Barth, Raiser & Co.
Der Abend wurde von einigen Landesgruppenmitgliedern im nächtlichen Mainburg abgeschlossen.
Nach dem Motto "Carpe Diem" ging es sehr früh in die Klosteranlage von Rohr in Niederbayern. Dort wurde der Landesgruppe eindrucksvoll die Thematik "Hochbarock" nähergebracht. Danach wurde die Heimfahrt, unterbrochen nur durch Gepäckformalitäten, angetreten. Erschöpft, jedoch mit vielen positiven Eindrücken behaftet, kamen die Teilnehmer am späten Abend in Bremen an.
Dr. Stefan Lustig
(Schriftführer)