Die Landesgruppe Weser-Ems des Deutschen Brau- und Malzmeisterbundes versammelte sich im März in Jever zur Jahreshauptversammlung. Nachdem die Bremer Delegation nach dem üblichen Anreisevergnügen wissensdurstig in Jever ankam, wurde zunächst der im Bau befindliche Filterkeller des Friesischen Brauhauses zu Jever besichtigt. Es konnten bereits deutliche Fortschritte im Anlagenbau festgestellt werden, und die Bremer Kollegen konnten sich ein Bild machen, was in den nächsten Jahren auf sie zukommen wird. Der Abend fand wie immer in vergnüglicher Runde im Friesischen Brauhaus statt. Die obligatorische Schweinshaxe und das kühle Nass aus dem hohen Norden sorgten für einen gemütlichen Abend und freudige Stimmung. Unser Dank gilt den Kollegen des Friesischen Brauhauses zu Jever, die diese Veranstaltung kompetent organisierten.
Die nächste Veranstaltung der Landesgruppe war ein Besuch in der Delmenhorster Kronenkorkfabrik Gebr. Linck, die zu einer Besichtigung eingeladen hatten. Dort wurde vielen Landesmitgliedern bewusst, dass der Kronenkorken aus 21 Zacken und besteht und 32 mm Durchmesser aufweist. Was jedoch neu war, ist die aufwendige Technologie und Verfahrenstechnik, die notwendig ist, diesen für uns Brauer wichtigen Bestandteil unserer Bierverpackung herzustellen. Die Landesgruppe konnte ein modernes Werk besichtigen, und auch die aufwendige Qualitätssicherung überzeugte die Brauerkollegen, die täglich mit dem Werkstoff Kronenkorken zu tun haben. Aufschlussreich war auch die Herstellung der Plastikverschlüsse, welche für die Delmenhorster Kronenkorkfabrik ein weiteres Standbein für die Zukunft ist. Auch hier konnte ein Einblick in die hochkomplexen Produktionsvorgänge gewonnen werden. Erstaunlich war für manche Kollegen die Bezeichnung einzelner Anlagenbestandteile, was bei manchen weiblichen Landesgruppenmitgliedern eine leichte Rötung der Wangen hervorrief. In der Abendveranstaltung wurde von den Gebr. Linck ein leckeres Buffet präsentiert, und bei einem Spitzen Pilsener von Welt in einer "feindlichen Gaststätte", hier sei das organisatorische Talent von Edgar und Andreas Linck hervorgehoben, klang die Veranstaltung in gemütlicher Runde aus. Herzlichen Dank sagen wir allen Mitarbeitern der Delmenhorster Kronkorkenfabrik für die hervorragende Organisation.
Die letzte Veranstaltung der Landesgruppe war die Besichtigung des Wasserwerks Panzenberg auf Einladung des Trinkwasserverbandes Verden. Dieses Wasserwerk, das u.a. auch die eine oder andere Brauerei mit Brauwasser beliefert, befindet sich in einem Trinkwasserschutzgebiet, und mit erheblicher Neugierde fanden sich die Kollegen Anfang Juli in dem Wasserwerk ein, um sich von der Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Dieses Wasserwerk hat die Genehmigung, 35.000 m3 pro Tag, dies entspricht 10 Mio. m3 pro Jahr, zu fördern. Wenn eine entsprechende Zulassung erteilt wird, wäre sogar eine höhere Produktion möglich. Das Wasser wird aus bis zu 270 m Tiefe gefördert und weist damit höchste Qualität hinsichtlich der Reinheit auf. Die 1983 errichtete Anlage beeindruckte hinsichtlich der aufwendigen Verfahrenstechnik, der Sauberkeit, mit der in der Anlage gearbeitet wird, und auch die Führung unter der fachkundigen Leitung von Herrn Zeidler beantwortete alle Fragen mit Geduld und Wissen. Da Petrus an diesem Abend äußerst schlecht aufgelegt war, wurde den Landesgruppenmitgliedern ein leckeres Buffet in der Elektrowerkstatt des Wasserwerks Panzenberg präsentiert. Bei einem guten Bier wurde der Dialog zwischen Brau- und Malzmeistern und Wassermeistern intensiv geführt. Vielen Beteiligten wurde damit aufgezeigt, dass Wasser eben nicht nur aus der Leitung bzw. aus der Natur kommt, sondern dass die Förderung desselben einen sehr komplexen Verfahrensschritt darstellt. Unser Dank gilt dem Trinkwasserverband Verden, der die Veranstaltung mit Geduld und viel Liebe durchgeführt hat.
Mit diesem intensiven Programm verabschiedet sich der Vorstand der Landesgruppe in die wohlverdiente Sommerpause.
Dr. Stefan Lustig
Schriftführer