Besichtigung der swb Synor und Enordia durch die Landesgruppe am 23.03.2000
Die Bezeichnung "Technische Wissenschaftliche Vereinigung" verdiente sich die Landesgruppe Weser Ems in der ersten Veranstaltung des Jahres 2000. Ende Februar erfolgte die Besichtigung des Kraftwerks Hastedts auf Einladung der swb Synor und Enordia (vormals Bremer Stadtwerke).
Moderne Zeiten haben auch bei den ehemaligen Bremer Stadtwerken eingehalten. Aus einem vormals städtischen Betrieb gingen mehrere Wirtschaftsunternehmen hervor, die sich die Energie- und Wasserversorgung des Stadtstaats Bremen zur Aufgabe gemacht haben. Trotzdem die Umstrukturierung in vollem Gange ist, konnte die Landesgruppe auf Vermittlung des ersten Vorsitzenden das Kraftwerk Hastedt am Bremer Binnenhafen besichtigen. Die Begrüßung fiel sehr herzlich aus und nach einem kurzen Einführungsvortrag, in dem Herr Meyer auf die komplexe Struktur der neuen Organisation einging, wurde unter fachkundiger Leitung von Herrn Bohl und seinen Mitarbeitern die Betriebsbesichtigung begonnen. Die technischen Details konnten u. a. sehr anschaulich an einem wirklichkeitsgetreuen Modell nachvollzogen werden.
Der Standort Hastedt weist 300 MW elektrischer Leistung auf und besteht aus zwei Blöcken, einer erdgasbetriebenen Anlage und einem kohlebefeuertem Kraftwerk. Beide Systeme sind mit modernsten Immissionsschutzeinrichtungen ausgestattet. Die Erdgasversorgung erfolgt über eine Pipeline, die Kohle wird über den Schiffsweg angeliefert. Der neuere, kohlebefeuerte Block 15 wird mit Kraft-Wärme-Kopplung betrieben und die daraus resultierende Wärme erfreut die Bremer Bevölkerung. Wohnungen werden ebenso erwärmt wie Schwimmbäder und auch die Duschen der Bundesligaspieler, die im Bremer Weserstadion spielen profitieren von dieser Wärme. Abfallprodukte wie z.B. Gips zur Rauchgasentschwefelung werden zu wertvollen Baustoffen verarbeitet, wobei dies erstaunlicherweise in Skandinavien geschieht (moderne Zeiten!).
Nachdem nicht die Kollegen der Landesgruppe eine intensive Einführung bekommen haben und sämtlicher Wissensdurst gestillt wurde, begann der interessante Betriebsrundgang. In der ersten Station, der Schaltzentrale erinnerte vieles an moderne Sudhausanlagen. Sämtliche Steuersysteme werden durch leistungsfähige Computeranlagen gesteuert und zahlreiche Bildschirme schaffen vertrautes Ambiente. Den Brauerkollegen wurde der große Unterschied beim Betrachten der Prozeßdiagramme deutlich, die nicht im entferntesten an Maisch-oder
Läuterkurven erinnerten. Die gesamte Kraftwerksanlage wird mit maximal 10 Mitarbeitern pro Schicht betrieben.
Danach konnten die riesigen Turbinen besichtigt werden, die in manch anwesendem Ingenieur Erinnerungen an seelige Studienzeiten hervorriefen. Die Dimensionen der Rohrleitungen und der Aufwand an Meß- und Regeltechnik waren beeindruckend.
Zum Schluß der Besichtigung konnte sich die Landesgruppe erneut in luftige Höhen begeben. Auf dem Dach des Kraftwerkblocks 14 offenbarte sich ein eindrucksvoller Blick über Bremen aus südöstlicher Richtung.
Die Gastfreundschaft der swb-Gruppen konnten anhand des Auftritts nach der Besichtigung nachvollzogen werden. Neben einem kleine Präsent, das bei jedem Teilnehmer ein Licht aufgehen ließ, wurde ein leckeres Buffet und kühles Spitzen Pilsner von Welt kredenzt. Die zahlreich anwesenden Vertreter von swb-Synor und Enordia diskutierten offen und angeregt mit den Kollegen der Landesgruppen.
Unser Dank gilt den beiden swb-Gruppen für das Aufopfern eines wertvollen Feierabends, für die engagierte und fachkundige Führung und die hervorragende Bewirtung. Wieder einmal darf auch unserem unermüdlichen Vorsitzenden Dr. Eils gedankt werden, der seine Kontakte spielen ließ, um diese Veranstaltung zu realisieren.
Dr. Stefan Lustig
(Schriftführer)