Dieses Jahr stand der Herbstausflug ganz im Zeichen des Altbiers. Es ging zur ältesten Altbierbrauerei der Welt, der Privatbrauerei Bolten in Korschenbroich aus dem Jahre 1266. Am Freitag wurden wir von Herrn Markus Hunneck (Technischer Betriebsleiter Privatbrauerei Bolten) und Herrn Markus Oster (Verkaufsleiter Fa. Heuft) in der Altbierstube der Privatbrauerei Bolten begrüßt.
Abends ging es zum Einchecken ins Holiday Inn / Mönchengladbach, wo sich Frau Britta Holz und Frau Heike Lehnen sich rund um die Uhr für das leibliche Wohl der Teilnehmer kümmerten.
Am Samstag stand als erstes die Besichtigung der Firma Heuft / Systemtechnik für Inspektoren in Burgbrohl auf den Tagesprogramm. Herr Markus Oster gab uns einen geschichtlichen Einblick über die Entstehung und Entwicklung der Firma Heuft sowie über die kontinuierliche Weiterentwicklung der Inspektoren. Neben Geräten zur Qualitätssicherung und -kontrolle leerer und befüllter Behälter umfasst das Produktportfolio Etikettiermaschinen und Transportanlagen sowie Anwendungen zur exakten Linienanalyse. Ganz besonders hat uns beeindruckt, dass inzwischen bei der Firma Heuft mit weiterentwickelter Röntgentechnologie sogar Kleinstfremdkörper, wie zum Beispiel Glassplitter, in gereinigten Flaschen sicher erkannt und aussortiert werden. Entwicklungen von Firma Heuft sind inzwischen zum Standard geworden. Im Anschluss der Präsentation konnten wir uns einen Eindruck von der Produktion bis zur Endabnahme der Anlagen Vorort machen.
Nach der Besichtigung ging es auf Einladung der Fa. Heuft zum Mittagessen zur Vulkanbrauerei nach Mendig. Während unser Mittagessen zubereitet wurde, drangen wir in die Tiefen des Vulkangesteins. 153 Stufen oder 30m unter der Erde bei 8-9°C bekamen wir einen Überblick über die Kultur- und Technikgeschichte in den weitverzweigten Basaltbrüchen. Beim Ausbruch des Wingertsberg – Vulkan vor ca. 100.000 Jahren ist ein großflächiger Basaltlavastrom ausgeflossen. Der in mächtigen Säulen erstarrte Basalt wurde seit dem Mittelalter Untertage überwiegend zur Mühlsteingewinnung abgebaut. Das Geglöck wurde zur damaligen Zeit mit Metallstiften und Holz gesichert, damit es nicht aus der Decke brach. Zusätzlich galt es als Frühwarnsystem für herab fallendes Gestein aus dem „Siegel“. (Heute vermitteln die verrosteten Stifte und das vergammelte Holz keine wirkliche Sicherheit mehr.) Zu dieser Zeit wurden die Basaltgewölbe von den bis zu 28 in Mendig ansässigen Brauereien als Kühl- und Lagerkeller genutzt. Noch heute kann man Gär- und Lagertanks sehen, welche bis Ende des 20. Jahrhunderts in Betrieb waren. Nachmittags ging es nach Korschenbroich, wo wir die älteste Altbierbrauerei der Welt, die Privatbrauerei Bolten, besichtigten. Im Sudhaus begrüßte uns Herr Michael Hollmann (Brauereibesitzer). Herr Hollmann gab uns einen geschichtlichen Überblick der Brauerei und informierte uns über die seit seiner Übernahme im Jahre 2005 vorgenommenen bzw. noch ausstehenden Investitionen. Die Herren Markus Hunneck, Christian Clarssen (Produktionsleiter) und Heinz Hartwigsen (Laborleiter) führten uns anschließend durch die Brauerei und beantworteten sehr offen sämtliche Fragen. Auf diesem Wege konnten die Herren uns eine moderne, interessante und sehenswerte Brauerei präsentieren. Eine Aussage von einem früheren Brauerei – Vorfahren steht in der Firmenphilosophie ganz oben: „Wichtig ist, dass das Bier schmeckt.“ Das mag man den „freilaufenden Brauern der Privatbrauerei Bolten“, wie auf einer der Werbeplakate der Brauerei zu lesen ist, uneingeschränkt glauben. Nach der Besichtigung ging es auf Einladung der Privatbrauerei Bolten zum Essen ins „Boltens im Schwemm Hennes“.
Am Sonntag führte uns der Weg zur OeTTINGER Brauerei in Mönchengladbach. Mit Herrn Sven Willim an der Spitze ging die Betriebsbesichtigung vorbei an alten Exponaten und moderner Brauereitechnik. 18 Brauer und 6 Auszubildende sind für die Produktion von 2,1mio hl Bier zuzüglich Mixgetränke verantwortlich. Im Sudhaus werden zur Zeit bis zu 12 Sude am Tag mit ca. 1.000 hl eingebraut. Besonders überrascht und begeistert zeigten sich die Teilnehmer, dass sich selbst in einer so modernen und klar gegliederten Brauerei trotzdem Bereiche mit traditioneller Brauerzunft finden lassen. Nach der Maxime der Brauerei, die auf einem großen Hinweisschild geschrieben steht: „ Verkostung gehört zur Qualitätssicherung“, konnten wir in den Drucktankkellern verschiedene Bierproben frisch vom Tank zwickeln und verkosten. Nach der sehr intensiven und interessanten Führung ging es dann wieder Richtung Norden.
Zum Schluss möchte ich mich im Namen der Teilnehmer bei der Privatbrauerei Bolten, Fa. Heuft und der OeTTINGER Brauerei / Mönchengladbach für die fachliche Betreuung an nicht besuchs- u. produktionsüblichen Tagen sowie die „Lecker Bierchen“ und dem Holiday Inn für die wunderbare Bewirtung bedanken.
Ralph Grotelüschen
( Schriftführer )