Der folgende Bericht wurde von Herrn Werner Ellinger Landesgruppe Hamburg / Schleswig Holstein verfasst:
Am 19.06. 2010 haben wir gemeinsam mit der Landesgruppe Weser/Ems eine Wattwanderung von Cuxhaven- Sahlenburg zu der Hamburger Nordseeinsel Neuwerk unternommen. Bei ca. 12 Grad Celsius und regnerischen Wetter sind wir in Sahlenburg gegen 10.30 Uhr angekommen. Dort haben wir unsere Kollegen der Landesgruppe Weser/Ems getroffen. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende, Kerstin Kumbera, sind wir in ein nahe gelegenes Lokal gegangen und haben dort, zum Teil mit Rumgrog, die Zeit bis zum Eintreffen des Wattführers überbrückt. Wir waren gespannt, was bei dem stürmischen, regnerischen und kühlem Wetter auf uns zukommt. Gegen 11.45 kamen dann die Wattführer und haben uns erklärt, dass es (aufgrund der Wetterlage) statt der üblichen 3 Stunden knapp 4 Stunden dauern wird und das Wasser etwa einen halben Meter höher ist als normal. Außerdem müssen wir mit ständigen Gegenwind der Stärke 7-8 rechnen.
Damit wir trotzdem die normalerweise 50- 70 cm tiefen Priele durchqueren können, mussten wir nun 2 bis 3 Kilometer Umwege in Kauf nehmen. Dann ging es mit der unterschiedlichsten Kleidung und Rücksäcken bepackt los. Wir merkten schon nach den ersten Metern, dass es anstrengend wird, zum Glück hatte der Regen aufgehört und wir mussten nur noch gegen den Wind ankämpfen. Nach etwa 1 Stunde kamen wir an einen sumpfähnlichen, Streifen den wir überqueren mussten. Hier wurde ein paar Tage vorher eine Versorgungsleitung verlegt, daher war der Boden extrem weich. Zum Teil mit gegenseitiger Unterstützung hatten wir die erste Hürde genommen.
Nun kam der erste Priel, hier war es nicht sumpfig, dafür war das Wasser etwa 70- bis 90 cm tief und eine starke Strömung sorgte für eine wacklige Durchquerung. Stolz haben wir aber dieses Hindernis überwunden.
Unsere Gruppe, wir waren 33 Personen, hat sich aufgrund der ersten Ermüdungserscheinungen immer mehr auseinander gezogen. Unser Wattführer hatte unterwegs eine Auster gefunden, die er fachkundig öffnete und 2 mutigen Braumeisterkollegen zum probieren gab. Mit Erleichterung kamen wir dann nach knapp 3 Stunden bei unserer Wattoase an. Hier konnten wir uns mit leckeren Brötchen und mit frisch gezapften Bier stärken. Es war an alles gedacht; auch ein Toilettenwagen war für uns organisiert. Nach 20 Minuten Pause ging es weiter zur letzten Etappe, wir hatten noch eine Stunde bis zur Insel Neuwerk vor uns. Jetzt kam der Leuchtturm von Neuwerk immer näher.
Auf unserer letzten Etappe kamen uns Wattwagen und Reiter entgegen, die bereits auf dem Rückweg waren. In gewissen Abständen sind im Watt Rettungsinseln aufgebaut für Wattwanderer, die leichtsinnig sind bzw. von der Flut überrascht wurden.
Unsere letzten Meter wurden immer beschwerlicher, weil der Boden sehr sumpfig und der Wind immer stärker wurde. Glücklich und stolz sind wir nach 4 Stunden auf der Insel angekommen. Nachdem sich alle etwas erholt hatten, ging es zum gemütlichen Teil über. Wir konnten uns im Tüdellütt bei einem geschmackvollen Buffet stärken und nach ein paar Bieren ging es uns wieder richtig gut. Aufgrund der Witterung ist das Schiff "Flipper" für die Rückfahrt 1,5 Stunden früher gefahren, sodass der Aufenthalt auf der Insel sehr begrenzt war.
Zusammenfassung:
Trotz der unbeständigen Wetterlage war diese, von der Landesgruppe Weser/Ems organisierte, Veranstaltung sehr gelungen. Mit viel Freude und Spaß wurde uns das Wattenmeer näher gebracht und insbesondere wir Hamburger waren mal auf unserer Insel Neuwerk.
An dieser Stelle gilt unserer besonderer Dank der Landesgruppe Weser/Ems für die hervorragende Organisation und Betreuung während der Veranstaltung.
20.06. 2010 W.Ellinger